Nicht weniger als drei von vier spanischen Hausbesitzern unternehmen nichts, um die Energieeffizienz ihrer Immobilie zu verbessern. Das liegt nicht an mangelnder Motivation, sondern daran, dass es zu teuer ist. Dies geht aus aktuellen Zahlen des spanischen Statistikamtes INE hervor, die letzten Monat veröffentlicht wurden.
Über 76 Prozent der Hausbesitzer geben an, dass Maßnahmen wie Dämmung, neue Fensterrahmen oder eine modernere Heizung einfach zu teuer sind. Das ist ein deutlicher Unterschied zu den Vorstellungen der Regierung, die sich gerade wünscht, dass Häuser schneller nachhaltiger werden.
Nur 20 Prozent der Spanier haben in den letzten fünf Jahren tatsächlich Maßnahmen ergriffen, um ihr Haus energieeffizienter zu machen. Und das, obwohl mehr als ein Drittel angibt, dass ihre Wohnung eigentlich eine Renovierung vertragen könnte. Die größte Hürde bleibt der Preis.
Vor allem für Familien mit geringerem Einkommen ist dies ein schwieriger Punkt. Bei ihnen geben 41 Prozent an, dass Verbesserungen notwendig sind, während dieser Anteil bei den höheren Einkommen bei etwa einem Viertel liegt. Bei älteren Wohnungen aus der Zeit vor 1960 ist die Situation oft noch dringlicher: Dort lebt mehr als die Hälfte der Menschen mit geringerem Einkommen in einer Wohnung, die dringend energieeffizienter werden muss.
Die Zahlen machen deutlich, dass es einen großen Unterschied zwischen den Plänen auf dem Papier und der Realität gibt. Während auf politischer Ebene viel über Nachhaltigkeit gesprochen wird, sind viele Spanier vor allem damit beschäftigt, ihre täglichen Rechnungen zu bezahlen. Solange die Investitionen für Verbesserungen schwerer wiegen als die kurzfristigen Einsparungen, wird sich die Situation nicht so schnell ändern. Nun stellt sich die Frage, ob die neuen Pläne der Regierung ausreichen, um hier Abhilfe zu schaffen, oder ob die Verbesserung der Nachhaltigkeit für eine große Gruppe von Menschen vorerst noch unerreichbar bleibt.
Quelle: Agenturen




